Auf Basis der Eurostat-Hauspreisindexdaten bis Q4 2025 lässt sich Deutschlands Wohnungszyklus nun in drei klare Phasen lesen: ein langer Aufschwung bis 2022, eine scharfe Korrektur im Verlauf von 2023 und eine leichte Erholung in 2024 und 2025. Der jüngste Indexstand liegt bei 153.70, weiterhin unter dem Hoch von 167.40 aus 2022, aber über dem Tiefpunkt, der während des Abschwungs erreicht wurde. Für langfristige Käufer und politikorientierte Leser ist die zentrale Aussage nicht das Rauschen von Quartal zu Quartal, sondern wie klar sich der Markt von Beschleunigung zu Kontraktion und dann in Richtung Stabilisierung bewegt hat.
Der lange Aufschwung verlief von 2016 bis zum Höchststand Anfang 2022
Auf Basis der Eurostat-Reihe 2016-2025 befand sich Deutschland über den Großteil des Zeitraums in einer anhaltenden Expansionsphase, bevor der Zyklus drehte. Ein solcher längerer Anstieg ist typisch für Wohnungsmärkte, wenn sich Preisdynamik über mehrere Jahre aufbaut statt in einem einzigen Schub.
Der Index lag in Q3 2016 bei 108.80 und stieg in den folgenden Jahren stetig an: auf 117.30 bis Q4 2017, 124.60 bis Q4 2018 und 132.70 bis Q4 2019. Während der Pandemieperiode setzte der Markt seinen Anstieg fort und erreichte 144.30 in Q4 2020 sowie 162.50 in Q4 2021.
Bis Q1 2022 war der Index auf 164.10 gestiegen und erreichte in Q2 2022 seinen Höchststand von 167.40. Die jährlichen Wachstumsraten zeigen, wie stark diese letzte Phase war. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr lag bei 8.37% in Q3 2016 und 8.45% in Q4 2016, blieb dann überwiegend im mittleren einstelligen Bereich, bevor es erneut beschleunigte. Es erreichte 11.45% in Q2 2021, 12.76% in Q3 2021, 12.61% in Q4 2021 und 12.17% in Q1 2022.
Auch das Quartalswachstum wurde in diesem späten Aufschwung deutlich stärker. Nach einem Anstieg von 1.39% in Q1 2021 legte der Index um 3.76% in Q2 2021 und 4.22% in Q3 2021 zu, bevor sich das Wachstum auf 2.72% in Q4 2021 und 0.98% in Q1 2022 abschwächte. Selbst in Q2 2022 stieg der Markt gegenüber dem Vorquartal noch um 2.01%, bevor die Umkehr sichtbar wurde.
Der Abschwung war abrupt, mit dem stärksten Quartalsrückgang Ende 2022
Auf Basis der Daten nach dem Höchststand ab Q2 2022 kam die Korrektur in Deutschland schnell und nicht schrittweise. Abschwünge am Wohnungsmarkt werden oft dann am deutlichsten sichtbar, wenn Quartalsveränderungen ins Negative drehen, bevor die Jahresraten die Wende vollständig widerspiegeln.
Das erste Signal kam in Q3 2022, als der Index auf 166.30 sank und das Quartalswachstum mit -0.66% negativ wurde. Der deutlichere Bruch folgte in Q4 2022, als der Index auf 158.50 fiel und das Quartalswachstum auf -4.69% zurückging, der stärkste Rückgang gegenüber dem Vorquartal in der hier gezeigten Reihe.
Auch das Jahreswachstum rutschte klar in den negativen Bereich. Nach noch 5.12% in Q3 2022 fiel die Rate gegenüber dem Vorjahr in Q4 2022 auf -2.46%. Die Kontraktion vertiefte sich dann im Verlauf von 2023: -6.34% in Q1, -9.44% in Q2 und -10.22% in Q3, bevor sie sich in Q4 leicht auf -7.63% verringerte.
Der Index selbst setzte seinen Rückgang in diesem Jahr fort und bewegte sich von 153.70 in Q1 2023 auf 151.60 in Q2, 149.30 in Q3 und 146.40 in Q4. Die Quartalsveränderungen blieben durchgehend negativ: -3.03%, -1.37%, -1.52% und -1.94%. Dieses Muster ist wichtig, weil es eher eine breit angelegte Korrekturphase als ein einzelnes schwaches Quartal zeigt.
Der Tiefpunkt kam Anfang 2024, gefolgt von einer allmählichen Erholung
Auf Basis der Werte für 2024 und 2025 scheint Deutschlands Markt von einem offenen Rückgang zu einem langsamen Wiederaufbau übergegangen zu sein. In Wohnungszyklen sieht das meist weniger nach einer scharfen Erholung aus, sondern eher nach einer Folge kleiner positiver Quartalswerte.
Der Index erreichte in Q1 2024 mit 145.80 den niedrigsten Wert im Datensatz nach dem Hoch von 2022. Selbst dann war das Jahreswachstum mit -5.14% noch negativ, und das Quartalswachstum lag mit -0.41% leicht im Minus, was zeigt, dass sich der Markt zu Jahresbeginn noch nicht vollständig stabilisiert hatte.
Ab Q2 2024 wurde die Wende klarer. Der Index stieg auf 147.80 in Q2, 149.00 in Q3 und 149.20 in Q4. Das Quartalswachstum war in jedem dieser Quartale positiv, und zwar mit 1.37%, 0.81% und 0.13%. Auch die Jahresveränderung verbesserte sich von -2.51% in Q2 auf -0.20% in Q3 und kehrte dann in Q4 mit 1.91% in den positiven Bereich zurück.
Diese Erholung setzte sich in 2025 fort, wenn auch in gemessenem Tempo. Der Index stieg auf 150.90 in Q1, 152.40 in Q2, 153.60 in Q3 und 153.70 in Q4. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr blieb in einer engen Spanne bei 3.50%, 3.11%, 3.09% und 3.02%, während sich das Quartalswachstum von 1.14% auf 0.99%, dann auf 0.79% und schließlich auf 0.07% verlangsamte.
Die aktuelle Position liegt über dem Tiefpunkt, aber noch unter dem früheren Hoch
Im Stand von Q4 2025 befindet sich Deutschlands Wohnungsmarkt im Erholungsbereich, hat aber den früheren Zyklusgipfel noch nicht wieder erreicht. Für Käufer und Analysten lässt sich die aktuelle Phase daher eher als Normalisierung lesen als als Rückkehr zu den schnellen Gewinnen aus 2021 und Anfang 2022.
Zwei Referenzpunkte bestimmen die aktuelle Position in der Reihe: der Höchststand von 167.40 in Q2 2022 und der Tiefpunkt von 145.80 in Q1 2024. Der jüngste Wert liegt bei 153.70 in Q4 2025, nach vier aufeinanderfolgenden positiven Jahresquartalen und sieben positiven Quartalen gegenüber dem Vorquartal in den letzten acht Quartalen.
Die Form des Zyklus wird in der Folge der jährlichen Wachstumsraten sichtbar. Deutschland bewegte sich von zweistelligen jährlichen Zuwächsen in 2021 und Anfang 2022 zu negativen Werten in jedem Quartal von 2023 sowie in den ersten drei Quartalen von 2024, bevor das jährliche Wachstum in Q4 2024 wieder positiv wurde und dies durch 2025 beibehielt.
Für Leser, die den gesamten 10-Jahres-Bogen verfolgen, lautet die wichtigste Schlussfolgerung, dass der deutsche Markt nicht mehr so aussieht wie auf dem Hoch von 2022, aber auch nicht mehr wie auf dem Tief von 2023 bis Anfang 2024. Die jüngsten Datenpunkte beschreiben einen Markt, der aufgehört hat zu fallen, ein leicht positives Jahreswachstum zurückgewonnen hat und sich in deutlich langsameren Quartalsbewegungen eingependelt hat als in der Anstiegsphase vor der Korrektur.
Wichtige Indexstände über den Zyklus hinweg
Auf Basis der Eurostat-Quartalsreihe bis Q4 2025 lassen sich die Wendepunkte im direkten Vergleich leichter erfassen als allein in einer langen Zeitreihe.
| Zeitraum | Preisindex | Veränderung ggü. Vorjahr | Veränderung ggü. Vorquartal |
|---|---|---|---|
| Q3 2016 | 108.80 | 8.37% | 1.78% |
| Q4 2019 | 132.70 | 6.50% | 2.39% |
| Q4 2021 | 162.50 | 12.61% | 2.72% |
| Q2 2022 peak | 167.40 | 10.28% | 2.01% |
| Q4 2022 | 158.50 | -2.46% | -4.69% |
| Q3 2023 | 149.30 | -10.22% | -1.52% |
| Q1 2024 trough | 145.80 | -5.14% | -0.41% |
| Q4 2025 latest | 153.70 | 3.02% | 0.07% |
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Veröffentlicht: May 14, 2026